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Lebensmittel & Nahrungsergänzungsmittel

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Zucker auf dem Etikett erkennen

Zucker steht auf dem Etikett an zwei Stellen: als Zahl in der Nährwerttabelle und als Zutat, oft unter verschiedenen Namen. Dazu kommen Angaben auf der Vorderseite wie „zuckerarm“ oder „ohne Zuckerzusatz“. Diese Seite zeigt, wie die drei Stellen zusammenpassen.

Ein Frühstückstisch mit einem Glas Orangensaft, einer Schale Müsli mit Obst und einigen Zuckerwürfeln auf einem Unterteller.
Saft, Müsli, Würfelzucker: Zucker steckt in sehr verschiedenen Formen auf dem Tisch.

Was „davon Zucker“ in der Tabelle umfasst

Die Zeile „davon Zucker“ nennt alle Einfach- und Zweifachzucker im Lebensmittel. Dazu gehören zugesetzter Haushaltszucker ebenso wie der Milchzucker im Joghurt oder der Fruchtzucker im Obst. Die Tabelle unterscheidet also nicht, ob der Zucker zugesetzt wurde oder von Natur aus enthalten ist. Das verrät erst die Zutatenliste.

Maltodextrin zählt übrigens nicht zum Zucker in der Tabelle, weil es aus längeren Ketten besteht. Es erscheint nur in der Zeile Kohlenhydrate, auch wenn es in der Zutatenliste ähnlich klingt.

Viele Namen in der Zutatenliste

Zucker und süßende Zutaten haben viele Bezeichnungen. Häufig sind:

  • Saccharose, Glukose oder Dextrose, Fruktose, Laktose, Maltose,
  • Glukosesirup, Glukose-Fruktose-Sirup, Fruktose-Glukose-Sirup, Invertzuckersirup,
  • Karamellsirup, Malzextrakt, Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft,
  • Fruchtsaftkonzentrat und Fruchtpulver, wenn sie zum Süßen eingesetzt werden.

Werden mehrere dieser Zutaten verwendet, steht jede einzeln in der Liste und rutscht dadurch weiter nach hinten. Zusammengenommen können sie trotzdem einen großen Anteil ausmachen. Wie die Reihenfolge entsteht, erklärt die Seite Zutatenliste lesen.

Zuckerangaben auf der Vorderseite

Für Angaben zum Zuckergehalt gibt es feste Bedingungen. Sie gelten europaweit:

Nährwertbezogene Angaben zu Zucker
AngabeBedingung
zuckerarmhöchstens 5 g Zucker je 100 g, bei Flüssigkeiten höchstens 2,5 g je 100 ml
zuckerfreihöchstens 0,5 g Zucker je 100 g oder 100 ml
ohne Zuckerzusatzkeine zugesetzten Einfach- oder Zweifachzucker und keine anderen Lebensmittel, die wegen ihrer süßenden Wirkung zugesetzt wurden
reduzierter Zuckeranteilmindestens 30 % weniger Zucker als vergleichbare Produkte

Enthält ein Lebensmittel „ohne Zuckerzusatz“ von Natur aus Zucker, etwa aus Früchten, muss zusätzlich „Enthält von Natur aus Zucker“ auf dem Etikett stehen. Wird statt Zucker ein Süßungsmittel verwendet, weist die Packung mit „mit Süßungsmittel(n)“ darauf hin; mehr dazu unter E-Nummern.

Saft, Nektar und Fruchtsaftgetränk

Bei Getränken aus Obst sagt schon die Bezeichnung viel. Fruchtsaft besteht vollständig aus Früchten; Zucker darf seit 2013 nicht mehr zugesetzt werden. „Direktsaft“ wird direkt nach dem Pressen abgefüllt, Saft „aus Fruchtsaftkonzentrat“ wird aus eingedicktem Saft und Wasser wieder hergestellt.

Fruchtnektar enthält je nach Frucht mindestens 25 bis 50 % Fruchtanteil und darf gezuckert sein. Fruchtsaftgetränke enthalten noch weniger Frucht. Für „Smoothie“ gibt es keine rechtlich festgelegte Bezeichnung; hier lohnt der Blick in die Zutatenliste besonders.

Süßungsmittel und Zuckeraustauschstoffe

Nicht alles, was süß schmeckt, zählt in der Tabelle als Zucker. Süßungsmittel wie Sucralose oder Steviolglycoside werden in sehr kleinen Mengen eingesetzt und erscheinen gar nicht in der Zeile „davon Zucker“. Zuckeraustauschstoffe wie Sorbit, Xylit oder Erythrit gehören zu den mehrwertigen Alkoholen. Sie können freiwillig in einer eigenen Zeile stehen und werden ebenfalls nicht als Zucker gezählt.

In der Zutatenliste stehen beide mit dem Klassennamen „Süßungsmittel“, gefolgt vom Namen oder der E-Nummer. Ein Produkt kann deshalb „zuckerfrei“ sein und trotzdem süß schmecken.

Mit Zuckerangaben rechnen

Beispiel Getränk: Ein Getränk mit 11 g Zucker je 100 ml enthält in einem Glas von 250 ml rechnerisch 27,5 g Zucker.

Bezogen auf die Referenzmenge von 90 g Gesamtzucker sind das etwa 31 %. Die Referenzmenge ist eine Rechengröße für die Kennzeichnung, keine Empfehlung.

Wie Referenzmengen und Portionsangaben funktionieren, steht ausführlich auf der Seite Nährwerttabelle.