Nährwerttabelle richtig lesen
Die Nährwerttabelle ist der Teil des Etiketts, der sich am besten vergleichen lässt. Voraussetzung ist, dass Sie zwei Produkte mit derselben Bezugsgröße nebeneinanderlegen. Diese Seite zeigt, welche Werte immer dastehen, was die Prozentzahlen bedeuten und wo die typischen Stolperstellen liegen.
Die sieben Pflichtwerte
Auf fast allen vorverpackten Lebensmitteln steht eine Tabelle mit denselben sieben Angaben in derselben Reihenfolge. Die rechte Spalte zeigt die Referenzmengen, auf die sich Prozentangaben beziehen.
| Angabe | Referenzmenge |
|---|---|
| Energie (kJ und kcal) | 8.400 kJ / 2.000 kcal |
| Fett | 70 g |
| davon gesättigte Fettsäuren | 20 g |
| Kohlenhydrate | 260 g |
| davon Zucker | 90 g |
| Eiweiß | 50 g |
| Salz | 6 g |
Ausgenommen sind unter anderem unverarbeitete Lebensmittel aus nur einer Zutat, Kräuter- und Früchtetees, Gewürze, Wasser sowie sehr kleine Verpackungen, deren größte Oberfläche unter 25 cm² liegt.
Je 100 g, je 100 ml oder je Portion?
Die Werte je 100 g oder je 100 ml sind Pflicht. Zusätzlich dürfen Hersteller Werte je Portion angeben, wenn die Portionsgröße auf der Packung genannt ist. Portionen sind jedoch nicht einheitlich: Was ein Hersteller als Portion ansetzt, kann deutlich kleiner sein als die Menge, die tatsächlich gegessen wird.
Rechenbeispiel: 8 g eines Nährstoffs je 100 g entsprechen bei einer Portion von 30 g rechnerisch 2,4 g. Essen Sie 45 g, sind es 3,6 g.
Rechnung: Wert je 100 g × gegessene Menge ÷ 100.
Achten Sie außerdem darauf, ob sich die Angaben auf das verkaufte oder auf das zubereitete Lebensmittel beziehen. Bei Pulvern, Suppen oder Flocken steht häufig eine zweite Spalte „zubereitet“, etwa mit Milch. Vergleichen Sie dann nur Spalten mit derselben Zubereitung.
Was „% der Referenzmenge“ bedeutet
Manche Etiketten geben an, wie viel Prozent der Referenzmenge eine Portion liefert. Dann muss der Satz „Referenzmenge für einen durchschnittlichen Erwachsenen (8.400 kJ/2.000 kcal)“ dabeistehen. Die Referenzmengen sind feste Rechengrößen für die Kennzeichnung. Sie sind kein persönlicher Tagesbedarf, denn der hängt von Alter, Größe und Bewegung ab.
Beispiel: Enthält eine Portion 1,5 g Salz, entspricht das 1,5 ÷ 6 × 100 = 25 % der Referenzmenge für Salz.
Kilojoule und Kilokalorien
Der Energiegehalt steht immer in beiden Einheiten. Eine Kilokalorie entspricht 4,184 Kilojoule. 1.674 kJ sind also rund 400 kcal. Für einen Vergleich genügt es, sich auf eine der beiden Einheiten festzulegen.
Freiwillige Zusatzangaben
Unter den sieben Pflichtwerten dürfen weitere Zeilen stehen: einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren, mehrwertige Alkohole, Stärke, Ballaststoffe sowie Vitamine und Mineralstoffe. Vitamine und Mineralstoffe erscheinen dort nur, wenn sie in nennenswerter Menge enthalten sind. Als nennenswert gelten in der Regel 15 % der Referenzmenge je 100 g, bei Getränken 7,5 % je 100 ml.
Die Zahlen in der Tabelle sind Durchschnittswerte. Sie beruhen auf Analysen, Rezepturen oder Tabellenwerten, und kleine Abweichungen im einzelnen Produkt sind in festgelegten Grenzen zulässig.
Füllmenge und Grundpreis
Die Nettofüllmenge gehört zu den Pflichtangaben. Bei Lebensmitteln in einer Aufgussflüssigkeit, etwa Gemüse im Glas, wird zusätzlich das Abtropfgewicht genannt. Am Regal steht außerdem der Grundpreis je Kilogramm oder Liter. Er hilft, unterschiedlich große Packungen fair zu vergleichen, gerade wenn eine Packung größer aussieht, als sie ist.
Das beste Produkt finden: richtig vergleichen
- Nur Werte mit derselben Bezugsgröße vergleichen.
- Gleiche Zubereitungsform wählen, verkauft oder zubereitet.
- Die eigene Portion schätzen statt der Portion auf der Packung.
- Nicht nur einen Wert betrachten, sondern die ganze Tabelle.
Welches Produkt für Sie das beste ist, entscheidet keine einzelne Zahl. Die Tabelle liefert die Grundlage, die Zutatenliste zeigt, woraus diese Werte stammen. Steht in der Tabelle Natrium statt Salz, hilft der Salzrechner.
Rechtsgrundlage: Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Artikel 30 bis 35 und Anhang XIII